Die Diskussion zum Thema Führung nimmt derzeit in Wirtschafts- und Medienkreisen richtig Fahrt auf. Im September 2014 wurde unter dem Titel „Führungskultur im Wandel“ eine Studie veröffentlicht. Im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums wurden 400 Führungskräfte in Tiefeninterviews befragt. Holzschnittartig lassen sich die Ergebnisse so zusammenfassen:
- 78% der Chefs sind überzeugt, dass es in Deutschland trotz aller Erfolge eine grundlegend andere Führungspraxis braucht.
- 29% der Manager, also weniger als ein Drittel, halten eine auf Effizienz und Profit ausgerichtete Führung für ideal.
- 51% der Kriterien, die den Chefs bei der Führung ihrer Mitarbeiter wichtig sind, sehen sie in ihrem Alltag nicht verwirklicht.
Letztlich geht es um eine weitgehende Absage an ein hierarchisch steuerndes Management. Der Weg sollte hingehen zu Netzwerksstrukturen. Mit der kollektiven Intelligenz selbst organisierender
Netzwerke verbinden viele Führungskräfte die Hoffnung auf kreative Impulse, höhere Innovationskraft, Beschleunigung der Prozesse und Verringerung der Komplexität.
Mit dem Übergang zur Netzwerkorganisation schwindet der selbstverständliche Schonraum hierarchischer Strukturen. Damit wird persönliches Coaching zu einem wichtigen Werkzeug für Führungskräfte.
Dennoch bleibt Führung natürlich ein zentrales Thema.
Führung ist für Dieter Frey, Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, seit vielen Jahren ein zentrales Thema. Er hat es Anfang Januar in der Süddeutschen Zeitung erneut
aufgegriffen. Er stellt das Chefsein in einen ausgewogenen Gesamtkontext.
Seine Punkte sind:
- Exzellenzkultur und Wertschätzungskultur schaffen
- Für eine hierarchiefreie Kommunikation sorgen
- Durch kluge Führung die intrinsische Motivation fördern
- Die Kleinigkeiten nicht vergessen
- Wichtige Führungswerkzeuge zur Motivation anwenden
- Nicht jeder kann motivieren
Dabei weist er in seinem letzten Punkt darauf hin, dass nicht jeder führen und motivieren kann. Die Persönlichkeit spielt eine große Rolle. Man kann das lernen, aber nicht jeder. Manche Führungskräfte wären gut beraten, darüber einmal nachzudenken.
Zum Schluss noch etwas Erfreuliches: Neuere Studien zeigen, dass Menschen auch im Alter noch flexibler sind, als man es lange für möglich hielt. Psychologieprofessorin Jule Specht von der
Freien Universität Berlin erklärt: „Man ist seiner Persönlichkeit nicht ausgeliefert.“ Die bevölkerungsrepräsentativen Daten zeigen den Wissenschaftlern zufolge, dass sich bei jungen Erwachsenen
bis zum Alter von 30 Jahren ebenso wie im Alter ab etwa 70 Jahren die Persönlichkeit der Menschen so stark verändert wie in keiner anderen Lebensphase.
Na also…
Genaueres zum Thema bei www.jule-schreibt.de
